Mittwoch, 26. Dezember 2012

Bäume leuchtend


Bäume leuchtend, Bäume blendend,
Überall das Süße spendend.
In dem Glanze sich bewegend,
Alt und junges Herz erregend -
Solch ein Fest ist uns bescheret.
Mancher Gaben Schmuck verehret;
Staunend schaun wir auf und nieder,
Hin und Her und immer wieder.

Aber, Fürst, wenn dir's begegnet
Und ein Abend so dich segnet,
Dass als Lichter, dass als Flammen
Von dir glänzten all zusammen
Alles, was du ausgerichtet,
Alle, die sich dir verpflichtet:
Mit erhöhten Geistesblicken
Fühltest herrliches Entzücken.

Johann Wolfgang von Goethe


 Wo auch immer ihr Weihnachten verbracht habt und wen auch immer ihr noch besuchen werdet, freuet euch an der stillstehenden Zeit!!

Am 24.Dezember hatte ich zwei Prüfungen- als ich nach der letzten Prüfung, die 4 Stunden gedauert hat, um 19.00 Uhr aus dem Unigebäude gelaufen bin, dachte ich nur, dass ich jetzt unmöglich mich zu Leuten gesellen, gemeinsam speisen und sich gegenseitigen beschenken lassen kann. Ich wollte heim, schlafen, einen Film anschauen und vorallem mit keinem reden. Mich mit jemanden zu unterhalten erschien mir in dem Moment so schwierig und anstrengend...

Aber zum Glück habe ich mir ein Taxi bestellt, bin zu Rita gefahren und habe im Kreis von ca. 15 Studenten - aus allen Herrenländern- einen sehr schönen Weihnachtsabend verbracht. Der Tisch hat sich vor lauter Leckereien durchgebogen, selbsterstellte Spiele und Gesellschaftsspiele haben uns eine notwendige Verdauungspause ermöglicht und die vielen,bunten Geschenke haben jeden mehr (oder auch weniger ;)) erfreut.






Freitag, 21. Dezember 2012

- 40°C und die Welt ist nicht untergegangen :P

Crazy! Bereits letzte Woche wurde die 40°C Marke geknackt, obwohl erst heute die Welt zu Ende gehen sollte. ;) Also, ich fand's ja schon witzig, wie jeder über die Weltuntergangstheorie geredet hat- zwar nie ernsthaft, aber es war in aller Munde.
Neben den ganzen Prüfungsvorbereitungen, Weltuntergangsgeschichten und Geldsorgen, war ich gemeinsam mit 22 russischen und europäischen Studenten mit Filmdreh beschäftigt. Ja!! Und unser Film ist richtig genial geworden!! Gestern Abend hatten wir offiziel unsere Premiere!! Leider kann ich ihn euch noch nicht zeigen, weil die entgültige Version noch nicht fertig ist. Mit dem Film wollten wir unsere Impressionen in Tomsk und von Russland festhalten. 
Als heute der Film  bei einem Kochfestival gezeigt wurde, ist mir klar geworden, dass wir das Studentenleben hier vollig verschieden zu dem der russischen Studenten wahrnehmen. Viele können sich hier keine Clubbesuche leisten und müssen jeden Abend spätestens um 24.00 Uhr ins Wohnheim zurückkehren. Die Wohnheime für Russen sind sehr viel schlechter als unseres ausgestattet: 10 Duschen für ein Wohnheim (sprich: jede Etage kann innerhalb eines vorgegebenen Zeitfensters von 2 Stunden duschen gehen), viel zu wenig Toiletten und Waschbecken, kein Keller zum Trocknen, 4 Studenten bewohnen jeweils ein Zimmer von 20 m^2... Also behaltet euch im Hinterkopf, wenn ihr euch später den Film anschaut: er spiegelt definitiv nicht das typische russische Studentenleben wieder!!

"Von draußen, vom Walde komm ich her. Ich muss euch sagen es weihnachtet sehr!" Leider ist bei mir noch nicht wirklich Weihnachtsstimmung aufgekommen ....
- trotz Teilnahme am Weihnachtsliedersingenkontest (war total toll!!):


......und Weihnachtsbackaktionen (sau witzig):
 





Montag, 10. Dezember 2012

It's fucking cold here:   

-30 °C 

 

 

 

 

 

Krasnojarsk



Vor einer Woche sind Lucia, Laura, Ignat und ich mit der Transsib nach Krasnojarsk, das als schönste Stadt Sibiriens gilt, gefahren. Die 12 Stunden Fahrtzeit ging mit Kartenspielen, Vorfreude haben und Schlafen schnell vorüber. Nach unserem Check-in ins Hostel am Samstag Mittag ging es gleich weiter in den "Nationalpark Stalbi", der zu den seltenen, geschützen Naturparks Russlands gehört. Dementsprechend ist er auch bei den Einheimischen ein beliebstes Wochenende- und Familienausflugsziel.  



 Zuerst ging es einmal 2 Stunden quer durch den Wald gut bergauf. Nach einer Stärkung mit lecker gefüllten Blini sind wir, soweit es die einbrechende Dämmerung uns erlaubt hat, den Pfad der Stalbi (zu deutsch: Säulen) gelaufen. Die säulenartigen Felsformationen sind richtig beeindruckend und ziehen einen magisch an um auf ihnen rum zu klettern. Im Sommer sind die Felsen ein Paradies für Kletterer - nur im Winter... war es eine gemischte Rutsch-, Spaß- und teilweise-auf-allen-vieren Kletteraktion. 

Insgesamt waren wir 5-6 Stunden im Park unterwegs und sind total hungrig in völliger Dunkelheit in die Stadt zurückgekehrt. Man, war das ein schöner Park!



 Am Sonntag haben wir erst mal fett verschlafen und haben uns dann auf die Suche nach etwas Essbaren gemacht. Lauras Bein hatte die Wanderung nicht so gut überstanden, so dass wir die Stadtbesichtigung etwas ruhiger angegangen sind. Im Vergleich zu Novosibirsk bietet Krasnojarsk wirklich schöne Gebäude, allerdings ist meiner Meinung nach Irkutsk und Ulan-Ude um einiges sehenswerter. Da ist unserer badisches Staatstheater in Karlsruhe schöner als das in Krasnojarsk!!

Hier seht ihr das prachtvolle Gebäude des Bahnhofs und gleich danach ein paar administrative Gebäude. Beim zweiten Bild sollte euch die farbenfrohlockende Fassadengestaltung auffallen- mittlerweile find ich die Farbenpracht der Städte echt genial. Alles andere sieht in dem ganzen weißen Weiß einfach nach nichts aus :)



 Der Big Ben von Krasnojarsk:





 Der Spaziergang am Flussufer des Jenisei und eine erholsame Fotosession auf einer Liebesbank und beim Graffiti durfte natürlich nicht fehlen.





Tschechov, den ihr auf dem nächsten Bild seht, gehört zu den besten und bekanntesten Schriftstellern Russlands. Auch in Tomsk gibt es seine Büste als Andenken- nur sind deren Gesichtszüge frazenartig verzehrt. Als Tschechov zu seiner Zeit Tomsk besichtigt hatte, beschrieb er die Stadt als grässlichste Stadt Russlands. Zur "Vergeltung" wurde eine entstellte Büste ihm zu Ehren aufgestellt :P
 

Ja, und Lenin ist selbstverständlich immer gegenwärtig ...


Montag, 3. Dezember 2012




Der Baikal Trip

Vor zwei Wochen sind wir, zwei Italienerinnen und fünf Deutsche, in die transsibirische Eisenbahn gestiegen um  Irkutsk, Slydyanka am Baikal und Ulan-Ude zu besichtigen. Allein die erste Zugfahrt von Tomsk nach Irkutsk hat 30 Stunden gedauert und gab uns den ersten Vorgeschmack auf die 36-stündige Rückfahrt. Mit viel Spiel, Spaß und Vodka gingen die Fahrten vorüber- was ihr auf den Fotos zum Schluss sehen könnt!




Als wir am frühen Morgen in Irkutsk ankommen, wollten wir gleich Tickets zur Weiterfahrt nach Ulan-Ude kaufen. Noch mitten beim Ticketkauf wurde ein Schild vogeschoben, dass die Kasse jetzt geschlossen sei. Zum Glück galt das nur für die nachfolgenden Kunden.


Irkutsk ist für seine schönen, alten Holzhäuser bekannt! Ein langer Spaziergang führte uns durch die Innenstadt und durch einen auf zwei Inseln gelegenen Park.


 Jam, jam. Pasta!!
 Schätzt mal wie groß Lenins Kopf ist? 8 m hoch ist diese für eine Weltausstellung gebaute Statue.



Versunken im Erdgrund strahlt diese alte Holzhaus in voller Pracht :)




Eine orthodoxe Kirche von innen.

Eine orthodoxe Kirche von außen.

Slydyanka liegt direkt am Baikal!!!



Unsere Männer!




Bei einer 4-stündigen Wanderung entland des Baikalufers (auf den Eisenbahnenschinen- versteht sich ja von selbst ;) ) konnten wir uns von dem wunderbaren Anblick nicht sattsehen!







Ulan-Ude!!!



Auch die Motoren tragen hier einen Wintermantel :)


Ulan-Ude liegt nicht fern on der mongolischen Grenze und hier befindet sich auch das größte buddistische Kloster von Russland. Ein Mönch gab uns eine kleine Einführung in den Buddismus und führte uns im Kloster herum.

 









Die Zugfahrten lass ich ohne weitere erklärende Worte sehen... ich hab mal nur jugendfreie Fotos gepostet.